Das Land, die Kultur, die Wärme waren ein Lichtblick!

Katharina Felber

Katharina Felber (62) hat vor sechs Jahren erfahren, dass ihr Mann Hans-Rudolf (61) an Demenz leidet. Die Diagnose hat das Leben der beiden komplett verändert. Seither sind die Pflege und Betreuung ihres Mannes für Katharina Felber zu einer ungeheuren Belastung geworden. Im letzten Oktober sind die beiden aus ihrem Alltag in Uster ausgebrochen. Sie sind für zwei Wochen in die Ferien ins Vivo bene Village nach Thailand gereist.

Vivo bene: Vivo bene verspricht „Ferien und Pflege“. Was hat Ihnen der Aufenthalt in Thailand ganz persönlich gebracht?

Katharina Felber: Sehr viel! Das Land, die Kultur, die Wärme waren ein Lichtblick! Sowohl für meinen Mann, der immer einmal auswandern wollte, wie auch für mich.

Mein Mann brauchte zwar noch nicht so viel Pflege. Aber es war entlastend für mich, einmal richtig zurück lehnen zu dürfen und zu vertrauen, dass mein Mann umsorgt und versorgt wird. Er genoss es und es war auch für ihn in Ordnung, wenn ich stundenweise allein unterwegs war. Er fühlte sich wohl, die Wärme und die Umgebung tat ihm gut.

Vivo bene: Was ist Ihnen von Ihrem Aufenthalt im Vivo bene Village besonders in Erinnerung geblieben?

In bester Erinnerung habe ich die liebenswerten, hilfsbereiten Menschen in Thailand und bei Vivo bene. Das Village ist wirklich sehr schön gestaltet, die ganze Anlage genauso wie die Zimmer. Das Essen war sehr fein. Ich liebe asiatische Küche und auch mein Mann genoss es. Die Küche hat bei ihm auch sofort darauf Rücksicht genommen, dass er das Essen nicht zu scharf gewürzt will.

Was haben Sie in den zwei Wochen in Thailand unternommen? Welche Ausflüge haben Sie gemacht?

Wir besuchten gemeinsam zwei Märkte, waren begleitet von zwei Betreuerinnen, die uns auch bei Preisverhandlungen halfen. Mein Mann war fasziniert von den Tempeln. Da er gerne Tiere hatte, waren wir auch im Elefantencamp, wo er mit Freude diese Tiere fütterte. Wir machten alleine oder auch mit Betreuerinnen Spaziergänge in der Umgebung.

Ich war alleine auch noch in Chiang Mai und auf dem Markt. Der Chauffeur von Vivo bene brachte mich dorthin und holte mich wieder ab. Ich genoss die Freiheit, einfach nur für mich zu schauen. Etwas, was ich in den letzten Jahren nur selten machen durfte.

Wie haben Sie die Pflege erlebt?

Sehr entlastend. Es ist und war mir immer wichtig, dass man meinem Partner liebevoll begegnet. Er ist ein Mensch, auch wenn er krank ist. Es gab keine Sprachgrenzen von seiner Seite. Er fühlte sich verstanden – Herzenssprache.

Entlastend war die Pflege auch, weil ich mir als Angehörige mal keine Sorgen machen musste, wer sich um meinen Mann kümmert, wenn es mir selber nicht gut geht. Wenn sich mein Mann wohlfühlt, ruhig und zufrieden ist, dann geht es mir auch gut. Seit Jahren leide ich unter Schlafstörungen und ich konnte dort wieder ganz gut schlafen.

Sie haben gesagt, das Village sei schön gestaltet. Können Sie noch etwas mehr dazu sagen?

Die Anlage ist wunderschön. Mein Mann roch an allem und sage, es dufte wunderbar nach den verschiedenen Blüten. Die Anlage ist auch so gesichert, dass er alleine unterwegs sein konnte. Dabei haben ihm unter anderem die Katzen im Village sehr viel Freude gemacht. Ich persönlich würde mir noch etwas mehr Aussensitzplätze mit Schatten wünschen. Aber gerade bei den Pflanzen ist ja im neuen Village auch vieles noch am Wachsen.

Die Anlage hat Schweizer Standards. Restaurant, Wasser, Küche, Leitung usw. Welchen Eindruck hatten Sie davon?

Schweizer Standards ist das richtige Wort – das waren es! Obwohl ich selber bei Reisen im Ausland keine grossen Erwartungen habe, ist für mich wichtig, dass die Sauberkeit im Village stimmt. Ich persönlich brauche keinen Luxus. Aber für mich ist wichtig, dass die Betreuung gut ist und dass sich möglichst viele Betroffene den Aufenthalt bei Vivo bene leisten können.

Das klingt alles sehr positiv. Würden Sie Vivo bene weiterempfehlen?

Ja … und ich mache es bereits. Ich bin in zwei Angehörigengruppen und habe geschwärmt. Der Einwand, dass Thailand sehr weit ist, ist leider oft ein Hindernis. Aber die wunderbare, liebevolle, geduldige Betreuung und Pflege sind die Reise immer wert. Das entlastet uns Angehörige enorm. Und es hilft uns und den Betroffenen, Vertrauen aufzubauen, dass andere auch „gut“ betreuen können.

Es wäre schön, wenn noch ganz viele solche Angebote entstehen würden – vielleicht auch in der Schweiz. Es braucht solche kreative Ideen, wie man uns Angehörige entlasten kann. Man hat noch nicht wirklich erkannt, dass es sehr wichtig ist, die Angehörigen die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen und „abzugeben“.

Interview: Daniel Deicher (Februar 2015)

Anmerkung: Hans-Rudolf Felber ist am 30. Januar 2015 in der Schweiz gestorben.